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Deutschland 01:58, Sri Lanka 06:58

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Der lange Trek...

Vor über einem Jahr begannen wir uns mit dem Problem der Verpackung neu zu beschäftigen:
Als Premium-Lieferant von frischesten tropischen Kostbarkeiten, mussten wir endlich den Kunden (und Früchten) eine gebührende Verpackung bieten, um eine optimale Lieferung, jede Woche, sicherstellen zu können. Dabei musste die Verpackung auch weiterhin umweltverträglich bleiben!

Über Monate hinweg hatten wir eigene Erfahrungen, ihr Kunden-Feedback, sowie professionelle Beratung von Experten in dem Feld gesammelt. Schließlich konnten wir eine überzeugende Lösung ausarbeiten und das Konzept stand ... auf Papier.
Nun ging es an die Realisierung: Lieferantengespräche, Musterversand, Abnahmemengen, Preisverhandlungen, etc.
Das Resultat ...
war erschlagend: weder gab es eine Lösung zu "überschaubaren" Kosten, noch konnte die geforderte Qualität lokal in Sri Lanka produziert werden.

Also ging es in die nächste Runde der Beschaffung: weltweite Lieferantensuche...und wieder gingen ein paar Wochen ins Land.
Schließlich wurde es allen Beteiligten klar... wenn wir eine optimale Lösung sicherstellen wollten, mussten wir in den saueren Apfel beissen und die Kosten auf uns nehmen.

Der Beschluß dazu wurde nach all den Verzögerungen beherzt gefasst und es ging los:

  • Kartons in bester Qualität wurden mit einem der weltgrößten Kartonhersteller produziert.
  • Verpackungsfolien, recyclebar und sauber hergestellt, ebenfalls bei einem weltweit führendem Unternehmen geordert.
  • Etikettierungsmaterial, Elektronik, und vieles andere Equipment, das in einem tropischen Entwicklungsland wie Sri Lanka unmöglich zu bekommen ist, auch gleich mit rein.

Das Ganze in den größten Container, den es gibt: 40 Fuss, Extra-Hohe Ausführung, knapp 4 Tonnen Leergewicht; 76 Kubikmeter Fassungsvermögen, 32 Tonnen Maximalgewicht. Die S-Klasse unter den Containern.

Über die Meere...

Der Container musste noch von einem Schreinermeister für die lange Fahrt Übersee innen aufgearbeitet werden. Erst als diese aufwendige Arbeit abgeschlossen war und sich nichts mehr im Container regen konnte, ging es auf an die Küste!
Das Containerschiff, wie die meisten heutzutage kam aus China.

3 Wochen von der Nordsee zum Indischen Ozean und Colombo's Tropenhafen.
Und dann war es ja auch fast schon geschafft, dachten wir...

 

Und dann fing es erst richtig an ...

In Colombo angekommen, bahnte sich eine längere Arie an:
das Entladen, das Zwischenlagern, die Freigabepapiere, die Zolluntersuchung, Kautionszahlungen, etc. etc.
Gut, dass wir uns selbst vor Ort darum kümmern konnten.

Nachdem der Container nach 5 Tagen endlich losgeeist war, konnte es an die Reise ins Bergland, nach Kandy gehen.
Und hier ging alles gut bis ein paar Kilometer vor der Packstation:
unsere geliebte, idyllische Flussstrasse mochte dem Trucker so gar nicht gefallen... also hielt er kurz vor Kandy an, stieg aus und alle warteten, bis der Morgen anbrach. Dann ging es zusammen zum Begutachten der Anfahrt durch's Grüne.
"Zu eng, zuviele Kurven, mach ich nicht.", kam das knappe Urteil des Truckers.

Hmmm...
Es dauerte ein gutes Frühstück, Bonusversprechen und viele Beteuerungen seiner Fahrkünste, bis wir ihn dann doch zum Losrollen brachten.
15km, im Laufschritt.
Durch eine von Sri Lankas kleineren Dschungel-Gassen...

The Trek must go on!

Hindernisse gab es mehr als genug.
Obwohl nicht dicht bewohnt, hingen überall Telefonkabel und Stromleitungen bis ca. 2m auf die Strasse runter.
3 Leute beauftragten wir allein damit, die etlichen Kabel aus dem Weg zu heben.

Die Karawane zieht weiter

Leider nicht immer mit Erfolg...
zuviel Kabel, links, rechts, oben, schräg...

So schloss sich schon bald die Telefongesellschaft unserer Karawane an.

 

Formel 111

Dazwischen immer mal wieder ein Vehikel.
Anhand des Zustandes seines Fahrzeuges konnte man schnell erkennen, dass dieser Fahrer schon ganz andere Hürden überwunden hatte.
Also schnell mal mit Vollgas überholt...

 

Der Schwierigkeitsgrad steigt...ständig

Dann war da noch der Backsteinhaufen...
normalerweise würde der riesen Haufen niemanden neben der Strasse stören, aber der LKW kam nicht dran vorbei!
Wenn wir hier "riesen" sagen, dann meinen wir einige tausend Backsteine!
Allein unschaffbar. Also schnell herumtelefoniert und die Karawane nochmals um 5 Mann erweitert ... Backsteine weghiefen, bis wir alle vor Schweiss trieften.

Und dann kam "DIE KURVE".
Eng, mit Mäuerchen, eigentlich eine gebogene Brücke.
Als unser Trucker das sah, schaltete er den Motor ab, "geht nicht" und wir gingen erstmal Mittagessen.

Landscaping

Der Laster versuchte und versuchte,
vor, zurück, einlenken, vor, einlenken, zurück, einlenken, vor....
Und es fehlte nur noch 1cm. Der war aber nicht mehr zu überbrücken.

Also, nach 2 Stunden, war die Geduld bei allen aufgebraucht.
Einmal kurz Gas gegeben und KRRRRRR vorbeigeraspelt...

Als wir schließlich nach vielen Stunden gegen Ende des Tages im Ziel einliefen, unseren Kleinlaster und den Truck geparkt hatten, machten wir alle 12 Mann uns nochmal mit einer letzten Kraftanstrengung ans Auspacken.

Die Stimmung war heiter, das Unmögliche mal wieder vollbracht und es war eine Freude für alle, die hochkarätige Ware aus Deutschland entgegen zu nehmen.

Am Abend war dann endlich das Resultat eines Jahres Planung & Arbeit an seinem Platze eingetroffen, und unser Lager gut gefüllt.

Die ganze Aktion liegt nun schon etwas zurück und wir sind derweil eifrig dabei, uns mit jeder Woche besser auf die neuen Materialien einzustellen. Wir danken Ihnen für Ihr Verständnis in der Übergangszeit und freuen uns Ihnen schon bald weitere Neuerungen und Innovationen vorstellen zu dürfen.

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