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Im so genannten Waisenhaus für Elefanten werden seit 1975 Jungtiere aufgezogen, die angeblich den Kontakt zu ihren Muttertieren oder zur Herde verloren haben. Hier leben ca. 60 Indische Elefanten, zu deren charakteristischen Merkmalen vor allem ihre hell gefleckte Stirn zählt.
Im Waisenhaus erhalten alle Tiere einen Namen, wie Arjuna, Rangiri oder Anusha. Bis zu ihrem fünften Lebensjahr werden die jungen Elefanten neben der Blätter- und Holznahrung dreimal täglich mit Milch aus der Flasche gefüttert, was dazu führt, dass sie sehr stark an den Menschen gewöhnt sind. Innerhalb weniger Sekunden trinken die jungen Elefanten ihre fünf Liter Flaschenmilch leer.
Die eigentliche Nahrung der Elefantengruppe sind täglich über FÜNF TONNEN Palmstämme (Kitul) und noch weitere fünf Tonnen Palmwedel und Blätter. In der Herde leben mehrere Arbeitselefanten, die diese großen Futtermengen dort hin schleppen, wo die Tiere fressen. Jeder Elefant wird an seinem eigenen Futterplatz angekettet. Das klingt zwar befremdlich, ist aber unbedingt notwendig. Würde man die Elefanten bei der Fütterung frei umher laufen lassen, bekämen die Jungtiere nicht genügend Futter ab. Die Elefanten beginnen erst am Abend mit der Nahrungsaufnahme. Gegen 23 Uhr sind die Jungtiere satt und legen sich schlafen, die alten beenden ihr Mahl oft erst um zwei Uhr in der Nacht. Dann legen auch sie sich auf die Seite und schlafen bis zum Sonnenaufgang, sofern sie das Schnarchen ihrer Artgenossen nicht früher weckt. Das ist kein Witz, manche Elefanten schnarchen wirklich!
Zweimal am Tag treiben die "Mahouts", wie man die Elefantenhüter nennt, die Tiere zum etwa 400 Meter entfernt gelegenen Fluss Maha Oya, wo die Elefanten ein ausgiebiges Bad nehmen. Dies ist zweifelsohne das schönste Ritual. Zuerst ertönt in dem kleinen Dorf eine schrilles Horn, die Ladenbesitzer verräumen ganz schnell ihre Waren, ziehen die Rolläden herrunter und schon kommen die Dickhäuter, dicht gefolgt von den vielen Touristen. Wir saßen bestimmt 1,5 Stunden am Fluss Maha Oya und haben den gemütlichen Tieren beim Planschen und Spielen zugeschaut. Das war mitunter eines der schönsten Erlebnisse in Sri Lanka!
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